Leserbrief: Schicksalsgemeinschaften und Bekenntnisse – Das hatten wir alles schon

Den folgenden Leserbrief haben wir als Antwort auf das ‚Bekenntnis‘ eines Teils der Versmolder Lokalpolitik verfasst, mit dem ein dritter Bauabschnitt auf Borgholzhausener Grund wieder einmal vorangetrieben werden soll. Der Leserbrief wurde am 11. März 2015 im Haller Kreisblatt und im Westfalenblatt veröffentlicht.

Schicksalsgemeinschaften und Bekenntnisse – Das hatten wir alles schon

Ein Teil der Versmolder Parteien ist der Meinung sich wieder einmal in die Politik der Nachbarstadt einmischen zu müssen: Wie man der heimischen Presse entnehmen konnte haben CDU, SPD und FDP einen Beschluss zur ‚Bekräftigung der Zusammenarbeit im interkommunalen Gewerbegebiet‘ gefällt. Und erwartet nun gleiches von unserem Stadtrat.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Wenn ja: Kein Wunder. Das hatten wir schon mal! Vor ziemlich genau 4 Jahren hat der Versmolder Stadtrat seine ‚Partner‘ in der Nachbarstadt schon einmal ultimativ aufgefordert ein ‚Bekenntnis‘ abzuliefern. Und ist damit verdienterweise auf die Nase gefallen (wir erinnern uns). Hat man das in Versmold schon wieder vergessen, oder nichts daraus gelernt?

Wasch mir den Pelz, aber mach‘ mich nicht nass

Unserer Nachbarstadt geht es schlecht, auch das kann man jede Woche in der Zeitung lesen. Offenbar so schlecht, da ist keine Floskel zu peinlich: So spricht der CDU Mann Wesolowski von einer ‚Schicksalsgemeinschaft‘, die es zwischen Borgholzhausen und Versmold gebe. Was soll damit gemeint sein?

Wieder einmal geht es um einen dritten Bauabschnitt im interkommunalen Gewerbegebiet bei uns am Bahnhof. Und während in der Borgholzhausener Politik endlich das notwendige Umdenken erfolgt und der sinnlose Verbrauch von Fläche und Heimat hinterfragt wird ist in Versmold offenbar die Zeit stehen geblieben.

Das ist ja auch kein Wunder, war der Deal für die Versmolder doch bisher optimal: Man konnte allen Dreck und alle Umweltbelastungen nach Borgholzhausen exportieren, dafür auch noch Geld bekommen und das sogar ohne das Risiko von den betroffenen Bürgern abgewählt zu werden. Das versteht man in Versmold offenbar unter einer fairen (?) Zusammenarbeit, die man nur zu bereitwillig fortsetzen will und zu der man sich gerne bekennt.

Versmold geht es schlecht. Könnte man da nicht etwas mehr Kreativität von der dortigen Lokalpolitik erwarten und entweder die Bereitschaft neue Wege zu gehen, oder auch einmal selbst Opfer zu bringen? Wir denken es ist höchste Zeit dazu.

Auch nach seit vier Jahren andauernden Vermarktungsversuchen gibt es in der Thielheide (BA II) weiterhin viel mehr Hasen als angesiedelte Industriebetriebe. Wer braucht da einen dritten Bauabschnitt?
Auch nach seit vier Jahren andauernden Vermarktungsversuchen gibt es in der Thielheide (BA II) weiterhin viel mehr Hasen als angesiedelte Industriebetriebe. Wer braucht da einen dritten Bauabschnitt?