Rückblick auf unsere Veranstaltung mit den beiden Bürgermeisterkandidaten

Vor genau zwei Wochen hatten wir unsere beiden Bürgermeisterkandidaten zu einem Diskussionsabend eingeladen und mehr als 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger haben die Gelegenheit genutzt sich Jan Brüggeshemke und Dirk Speckmann noch einmal aus nächster Nähe anschauen zu können.

Die Bürgermeisterkandidaten Jan Brüggeshemke (CDU) und Dirk Speckmann (SPD) sowie unser Moderator Bernd Vieweg
Die Bürgermeisterkandidaten Jan Brüggeshemke (CDU) und Dirk Speckmann (SPD) sowie unser Moderator Bernd Vieweg

Heute ist nun die Wahl und einer der beiden wird unser neuer Bürgermeister. Wir möchten hier noch einmal die Standpunkte und Positionen festhalten, die Dirk Speckmann (im Folgenden ‚DS‘ abgekürzt) und Jan Brüggeshemke (‚JB‘) im Gespräch zu den verschiedenen Aspekten bezogen haben:

Zuhören und miteinander reden

Beiden Kandidaten war bei ihren vielen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern insbesondere der Punkt mitgegeben worden stärker zuzuhören, wenn die Bürger etwas zu sagen haben. Und beide wollen das auch in Zukunft tun.

Beide möchten auch wieder stärker auf Grundbesitzer zugehen, z. B. im interkommunalen Gewerbegebiet oder am Bahnhof (die verfallende Mühle).

Die 60% Regelung

Der Anstoß für die Gründung der MITbürger im Jahr 2011 war ein für viele überraschender Beschluß des Zweckverbands einen dritten Bauabschnitt im interkommunalen Gewerbe- und Industriegebiet schaffen zu wollen. Abgesehen vom zweifelhaften rechtlichen Status des Beschlusses war immer die Frage wie eigentlich die darin enthaltenen 60% Regelung genau gemeint war: Diese Regelung sieht eine Art Handlungssperre vor, so lange nicht 60% der Fläche des zweiten Bauabschnitts (BA II) vermarktet sind. Aber bezogen sich diese 60% auf die gesamte Fläche des BA II, was naheliegend wäre, oder nur auf den Teil der Flächen, die der Zweckverband bisher gekauft hat. Diese zweite Position hatte der frühere Bürgermeister Keller gerne bezogen.

Direkt auf dieses Thema angesprochen schlossen sich beide Kandidaten der Ansicht an, dass sich die 60% auf die gesamte Fläche des BA II beziehen. Auch Arnold Weßling meldet sich zu diesem Punkt und stimmte dem ebenfalls zu.

JB bezeichnete eine Vermarktungsrate von 50% des BA II in der kommenden fünf Jahren als etwas, dass er als Bürgermeister als Erfolg bezeichnen würde.

DS möchte im BA II eher große Unternehmen ansiedeln, für kleinere Unternehmen sei in den anderen Gewerbegebieten unserer Stadt noch genügend Fläche.

Bebauung des Thiels

Beim Thema eines potentiellen dritten Bauabschnitts lehnte DS klar eine Bebauung des Thiels ab.

Vermüllung der Thielheide durch Falschparker

JB möchte diese unhaltbare Situation in den Griff bekommen, in dem das Parken im BA II legalisiert, aber durch die Errichtung etwa von sanitären Einrichtungen in geregelte Bahnen gelenkt wird.

Der Bahnhof

JB denkt an Ideen wie einen eBike Verleih am Bahnhof und möchte die örtlichen Wirtschaftsunternehmen fördern, z. B. die Pizzeria an der Kreuzung, die gerne einen Außenbereich hätte.

DS möchte die Ergebnisse der vom Rat angestoßenen Untersuchung durch zwei Hochschulen abwarten.

Noch mehr….

…wurde gesagt, noch viel mehr. Aber wer jetzt noch nicht gewählt hat, der findet hier vielleicht schon genug Punkte um sich doch noch zu entscheiden. In jedem Fall: Geht wählen!

Stimmzettel Bürgermeisterwahl 2015

Diskussion mit unseren beiden Bürgermeisterkandidaten

Bald ist es so weit:

Wir können einen neuen Bürgermeister wählen!

Wir, die MITbürger, haben die beiden Kandidaten eingeladen und möchten mit ihnen über die Zukunft unserer Region sprechen. Wir laden Sie herzlich ein gemeinsam mit den Kandidaten über die drängenden Fragen, die uns hier am Bahnhof besonders betreffen, zu diskutieren.

Stimmzettel Bürgermeisterwahl 2015

Wann: Sonntag, den 30. August 2015, um 17:30 Uhr
Wo: Café im Kräutergarten, Versmolderstr. 17
Kontakt: 05425 / 953 935 | MITBuerger@googlegroups.com

Im Anschluss möchten wir den Abend mit einem kleinen Imbiss ausklingen lassen. Wir freuen uns auf angeregte Diskussionen.

Hier unser Flyer zur Veranstaltung (PDF).

Der Ruf ist beschädigt. Aber wessen Ruf und warum?

[Hinweis: Am Ende der Seite finden sich Updates mit neuen Äußerungen von Interkomm Verantwortlichen zur Zukunftsfähigkeit des Gewerbegebiets!]

In der Ausgabe des Haller Kreisblattes vom 14.09.2012 konnte man interessante Ansichten des Versmolder Bürgermeisters zu den Gründen für die Vermarktungsprobleme im Interkommunalen Gewerbegebiet lesen. Wir haben dazu in dieser Woche folgende Pressemitteilung herausgegeben:

In der Berichterstattung des Haller Kreisblattes zur letzten Sitzung des Zweckverbands konnte man von Vermarktungsproblemen im Interkommunalen Gewerbegebiet lesen. Die Probleme sind so groß, dass Geld ausgegeben werden muss um eine Marketingfirma zu engagieren. Diese Neuigkeit überrascht, konnten wir doch in den letzten eineinhalb Jahren nur Positives zu den Marktchancen lesen. Hier eine kleine Presserückschau:

Bericht vom 26.03.2011 (WB): ‘Es sei bereits einem Unternehmen (einem Versmolder Familienunternehmen) ein Bauplatz im BA II zugesagt worden.’

Bericht vom 15.04.2011 (WB): ‚Klute und Keller betonten, dass der zweite Bauabschnitt auf Grund der vielen Anfragen sehr schnell zu 60 bis 70 Prozent vermarktet werden könnte.‘

Bericht vom 30.07.2011 (HK): Wesolowski (CDU Versmold) berichtet ‚das Interesse von Unternehmen ist da‘.

Bericht vom 11.08.2011 (WB): Keller: ‚Das Interesse am Gewerbegebiet ist groß. Bereits seit Monaten gibt es Anfragen‘.

Bericht vom 30.11.2011 (HK): Keller: ‚Das Interesse besteht weiterhin, wir führen auch aktuell Ansiedlungsgespräche‘

Bericht von Sylvester 2011 (WB): Keller: ‚Befinden uns in ständigem Kontakt mit 4 oder 5 ansiedlungswilligen Unternehmen‘

Bericht vom 1.3.2012 (HK): Keller: ‚Es gab Vorgespräche mit diversen Firmen‘ und ‚das Gewerbegebiet hat schließlich eine Super-Lage‘

Bericht vom 3.3.2012 (WB): Keller: ‚Ich bin zuversichtlich, dass bis Ende 2013 die Vermarktung des zweiten Areals weit genug fortgeschritten ist‘ (Anm. dies meint 60% Vermarktung)

Und nun, da der Zweckverband endlich frei und ungehindert loslegen kann, hat sich die Lage komplett geändert? Glaubhaft sind die Probleme durchaus, nur die Begründung ist hanebüchen: Es soll doch tatsächlich daran gelegen haben, dass betroffene Bürger sich organisiert und berechtigte Fragen gestellt haben. Und dadurch sei nun der Ruf des mit 6.8 Millionen Euro verschuldeten Industriegebietes so stark beschädigt, dass niemand mehr kommen wolle.

Die richtige Erklärung ist viel banaler: Die Chancen des Industriegebietes waren immer schon vage auf Grund der vielfältigen Konkurrenz in unmittelbarer Nachbarschaft, und wie man am dramatischen Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen in Borgholzhausen sieht, geht es auch der Industrie generell nicht gut. Verstärkt wird aber das grundlegende Problem durch die Art und Weise, wie sich die Bürgermeister in den letzten Monaten präsentiert haben:

Nicht nur haben sich Herr Keller und Herr Klute einen öffentlichen Rüffel vom Landrat eingefangen, ob ihres zweifelhaften Agierens beim Thema eines dritten Bauabschnittes, sie waren (und sind bis heute) auch nicht in der Lage angemessen mit ihren Bürgern umzugehen. Dies erweckt bei Investoren möglicherweise tatsächlich den Eindruck eines Mangels an Kompetenz.

Wir wünschen dem Zweckverband Erfolg bei der Vermarktung des BA II, damit unsere Gemeinden nicht an dem aufgehäuften Schuldenberg ersticken. Als Nachbarn und betroffene Bürger werden wir die weitere Entwicklung kritisch begleiten.

Das Abenteuer eines dritten Bauabschnittes sehen wir allerdings als endgültig beerdigt an.

Die Pressemitteilung kann hier als PDF Dokument abgerufen werden: Pressemitteilung vom 12.09.2012

BA II im Bau / Der alte Plaggenweg
Bisher wächst weiterhin nur Mais in der Thielheide. Von ansiedlungswilligen Unternehmen keine Spur.

Die potentielle Kundengruppe für restriktionsfreie Gewerbeflächen sieht das im Übrigen auch so, siehe diesen Bericht über den DVZ Trendtag ‘Blockade durch den Bürger ist vermeidbar’ (PDF).

Update vom 29.09.2012

In der heutigen Ausgabe des WB lässt sich Hartmann (Verwaltung Borgholzhausen) mit dem Satz zitieren

‚…angesichts der zu erwartenden Anbindung an die A33 stünden die Chancen [zur Vermarktung] ausgesprochen gut‘

Also ein erneuter Meinungsumschwung: Jetzt ist wieder alles in Butter. Aber anscheinend erst wenn die A33 fertig gebaut ist, denn ‚angebunden‘ an den enorm belastenden Autobahnverkehr sind wir am Bahnhof ja schon lange. Für den Baubeginn des A33 Abschnitts zwischen Borgholzhausen und Halle ist aber auf der Seite des Ministeriums noch gar kein Datum zu finden.

Wenn der Lückenschluss die Bedingung für den Vermarktungserfolg ist (so Hartmann), aber unklar ist wann dieser Lückenschluss endlich kommt, warum sucht man dann so verzweifelt nach Schuldigen für die doch offensichtlich schon von der Verwaltung erwarteten – oder zumindest erwartbaren – Verzögerungen?

Und warum engagiert man jetzt eine Vermarktungsgesellschaft – übrigens offenbar das Unternehmen Westfehling, welches sich am 24.03.2011 in der berühmten Zweckverbandsversammlung so langatmig präsentiert hatte – wenn das Industriegebiet bis zum Lückenschluss noch so unattraktiv ist?