Der dritte Bauabschnitt hat die Industrielobbyisten, die er verdient

Überraschung: Wie man heute der lokalen Presse entnehmen konnte, wollen auch die Lobbyverbände der Industrie wieder in der Diskussion um einen dritten Bauabschnitt im interkommunalen Gewerbegebiet mitmischen. Nicht lesen konnte man, dass die entsprechenden Briefe schon in der vergangenen Woche an unsere Ratsvertreter gegangen waren. Wer sich ein Bild davon machen will, wie so ein Standardbrief der Industrielobby aussieht, der findet ihn hier:

Interkommunales Gewerbegebiet Borgholzhausen/Versmold zukunftssicher machen

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Sorge betrachten wir die aktuellen Diskussionen um die weitere Entwicklung des Interkommunalen Gewerbegebietes Borgholzhausen/ Versmold (IBV).

Der Kreis Gütersloh insgesamt ist einer der führenden Industriestandorte in Nordrhein-Westfalen. Die Industrie und ihre Beschäftigten sind wesentlicher Motor von Wachstum und Wohlstand in unserer Region und damit auch in Borgholzhausen. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass der Kreis Gütersloh mit seinen Städten und Gemeinden heute zu den gesunden Standorten mit hoher Lebensqualität in Nordrhein-Westfalen gehört.

Damit diese positive Entwicklung auch in Zukunft möglich bleibt, brauchen wir unter anderem ein aktives Eintreten für neue Gewerbeflächen mit sehr guter verkehrlicher Anbindung. Diese Voraussetzungen sind im IBV wie an kaum einer anderen Stelle im Kreis Gütersloh auch zukünftig gegeben. Die weitere Entwicklung des IBV sollte daher nicht gefährdet werden. Dabei sollten insbesondere die landesplanerischen Rahmenbedingungen beachtet werden. Diese sehen unter anderem den klaren Fokus auf interkommunale Standorte mit guter Verkehrsanbindung vor. Eine isolierte gewerbliche Entwicklung nur für eine Kommune wird zukünftig schwer möglich sein. Damit wären Borgholzhausen und zumindest kurz- und mittelfristig auch die Stadt Versmold von weiteren Entwicklungsschritten abgekoppelt. Die daraus resultierenden negativen Effekte würden sehr schnell auf die kommunale Finanzlage durchschlagen.

Sehr geehrte Damen und Herren Ratsmitglieder in Borgholzhausen, uns ist durchaus bewusst, dass industrielle Prozesse auch Belastungen für die Bevölkerung mit sich bringen können. Die durch die Industrie sowie die vor- und nachgelagerten Bereiche erzielten Wertschöpfungseffekte, zusätzliche attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze, hohe Industrielöhne sowie die damit verbundene hohe Kaufkraft überwiegen jedoch bei weitem diese Belastungen.. Ein großer Teil der regionalen Handels- und Dienstleistungsbranchen ist zudem stark vom Erfolg der heimischen Industrie abhängig. Es ist daher unerlässlich, weiterhin eine angebotsorientierte Flächenplanung vorzunehmen. Die bisherigen Erfolge des IBV geben dieser Strategie Recht.

Wir appellieren daher an Sie, eine angebotsorientierte Weiterentwicklung des IBV zu unterstützen und Borgholzhausen auch für zukünftige Generationen wirtschaftliches Wachstum und ausreichende Gewerbesteuereinnahmen zu ermöglichen.

Die Unterzeichner stehen gerne für persönliche Erläuterungen zur Verfügung.

Gütersloh, 20.03.2015

Die Unterzeichner sind:

Alte Bekannte

Die IHK und die pro Wirtschaft GT GmbH sind alte Bekannte für uns:

Sie stehen immer bereit, wenn jemand den Auftritt eines Industrielobbyisten braucht, z. B. um in einer Arbeitsgruppensitzung möglichst viel Zeit mit sinnlosen Vorträgen zu verbrauchen, um so die konstruktive Arbeit zu torpedieren.

Was tut eigentlich der Unternehmerverband für uns?

Mit dem Unternehmerverband für den Kreis Gütersloh e. V. hatten wir hingegen noch nicht viel zu tun. Was macht der eigentlich so? Was immer er tut, zumindest schafft er es nicht, seine Mitglieder dazu zu bringen in hier leerstehende Industriegebiete zu investieren. Zum Beispiel das Mitgliedsunternehmen Claas, welches gerade verkündet hat, nach Dissen zu gehen.

Auch die Firma Claas - die sich gerade in Dissen ansiedelt - ist Mitglieder im Unternehmerverband für den Kreis Gütersloh
Auch die Firma Claas – die sich gerade in Dissen ansiedelt – ist Mitglied im Unternehmerverband für den Kreis Gütersloh

Es ist natürlich einfach als Unternehmerverband ‚Politische Arbeit im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft gegenüber Abgeordneten, Kommunen, Parteien, Gewerkschaften und anderen Institutionen‘ zu machen (Selbstbeschreibung von der Homepage des Verbands) mit dem Ziel, dass immer mehr Gewerbeflächen geschaffen werden. Peinlich ist es aber, wenn dann nicht mal die eigenen Mitglieder diese Flächen auch nutzen wollen.

Wen soll das Schreiben überzeugen?

Fanden Sie das Schreiben von IHK & Co überzeugend? Wirklich? Wenn das so ist, dann liegt das daran, dass es ein vermutlich schon oft eingesetzter Standardtext ist. Hier ist der Text nocheinmal, dieses Mal sind aber die Stellen markiert, die nicht Standardtext sind:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Sorge betrachten wir die aktuellen Diskussionen um die weitere Entwicklung des Interkommunalen Gewerbegebietes Borgholzhausen/ Versmold (IBV).

Der Kreis Gütersloh insgesamt ist einer der führenden Industriestandorte in Nordrhein-Westfalen. Die Industrie und ihre Beschäftigten sind wesentlicher Motor von Wachstum und Wohlstand in unserer Region und damit auch in Borgholzhausen. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass der Kreis Gütersloh mit seinen Städten und Gemeinden heute zu den gesunden Standorten mit hoher Lebensqualität in Nordrhein-Westfalen gehört.

Damit diese positive Entwicklung auch in Zukunft möglich bleibt, brauchen wir unter anderem ein aktives Eintreten für neue Gewerbeflächen mit sehr guter verkehrlicher Anbindung. Diese Voraussetzungen sind im IBV wie an kaum einer anderen Stelle im Kreis Gütersloh auch zukünftig gegeben. Die weitere Entwicklung des IBV sollte daher nicht gefährdet werden. Dabei sollten insbesondere die landesplanerischen Rahmenbedingungen beachtet werden. Diese sehen unter anderem den klaren Fokus auf interkommunale Standorte mit guter Verkehrsanbindung vor. Eine isolierte gewerbliche Entwicklung nur für eine Kommune wird zukünftig schwer möglich sein. Damit wären Borgholzhausen und zumindest kurz- und mittelfristig auch die Stadt Versmold von weiteren Entwicklungsschritten abgekoppelt. Die daraus resultierenden negativen Effekte würden sehr schnell auf die kommunale Finanzlage durchschlagen.

Sehr geehrte Damen und Herren Ratsmitglieder in Borgholzhausen, uns ist durchaus bewusst, dass industrielle Prozesse auch Belastungen für die Bevölkerung mit sich bringen können. Die durch die Industrie sowie die vor- und nachgelagerten Bereiche erzielten Wertschöpfungseffekte, zusätzliche attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze, hohe Industrielöhne sowie die damit verbundene hohe Kaufkraft überwiegen jedoch bei weitem diese Belastungen.. Ein großer Teil der regionalen Handels- und Dienstleistungsbranchen ist zudem stark vom Erfolg der heimischen Industrie abhängig. Es ist daher unerlässlich, weiterhin eine angebotsorientierte Flächenplanung vorzunehmen. Die bisherigen Erfolge des IBV geben dieser Strategie Recht.

Wir appellieren daher an Sie, eine angebotsorientierte Weiterentwicklung des IBV zu unterstützen und Borgholzhausen auch für zukünftige Generationen wirtschaftliches Wachstum und ausreichende Gewerbesteuereinnahmen zu ermöglichen.

Die Unterzeichner stehen gerne für persönliche Erläuterungen zur Verfügung.

Haben Sie mitgezählt? In diesen Standardbrief wurden 14 Worte eingefügt, die sich speziell auf die Situation in Borgholzhausen beziehen. Interessant, dass es gleich drei Organisationen brauchte um dieses Schreiben aufzusetzen. Oder armselig.

Lobbyisten, die zum Lobbyzweck passen

Der armselige Stil, der hier vorgebrachten Standardargumente, die sich so für jede beliebige Stadt an irgendeiner Autobahn und für jedes beliebige interkommunale Gewerbegebiet aufschreiben lassen, passt perfekt zum dritten Bauabschnitt: Es gibt keine guten Argumente für ihn, und ausgerechnet die Industrielobbyisten bestätigen uns das. 

Was die Schicksalsgemeinschaft des Herrn Wesolowski wirklich meint: Borgholzhausen ist nicht mehr der Juniorpartner

Schon vor ein paar Tagen – in unserem letzten Leserbrief – hatten wir uns die Frage gestellt, was der Versmolder CDU Mann Wesolowski wohl damit gemeint haben könnte, als er den Begriff der ‚Schicksalsgemeinschaft‘ wählte um die Beziehung zwischen Borgholzhausen und Versmold zu beschreiben. Eigentlich haben wir ja nur einen Zweckverband.

Der Begriff ‚Schicksalsgemeinschaft‘ ist in der Politik irgendwie aus der Mode gekommen, da er – wie die Wikipedia bestätigt – in einer der dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte sehr beliebt war. Und darauf will man sich ja nicht unbedingt berufen. Trotzdem scheint dies der neue Lieblingsbegriff von Herrn Wesolowski zu sein, jedenfalls konnte man ihn in der vergangenen Woche wieder in der lokalen Presse lesen. Aber was ist eigentlich eine Schicksalsgemeinschaft? Wikipedia sagt:

Eine Schicksalsgemeinschaft ist eine Gruppe von Personen, die einem gemeinsamen Schicksal ausgesetzt ist, z. B. einer risikobehafteten oder gefährlichen Situation. Beispiele hierfür sind Schiffbrüchige, Geiseln oder in einem Bergwerk eingeschlossene Personen.

Der entscheidende Punkt ist also die gemeinsame Gefahr, in der man sich befindet. Und da Herr Wesolowski sicher nicht meint, dass unsere beiden Städte die Geiseln des Zweckverbands sind, oder mit einem finanziell fehlgeschlagenen Bauabschnitt II schiffbrüchig wurden (was auch stimmen würde), geht es offenbar um etwas anderes:

Borgholzhausen ist nicht in Gefahr

Bei der Frage der Industriegebiete bzw. ihrer ständigen Erweiterung geht es immer nur ums Geld. Also hat die Gefahr, in der sich Borgholzhausen und Versmold demnach gemeinsam befinden müssen, offenbar etwas mit der Angst vor ausbleibenden Gewerbesteuereinnahmen zu tun. Das es in Versmold schlecht steht, das kann man zur Zeit oft hören. Versmold ist also in Gefahr. Aber Borgholzhausen?

Gewerbesteuereinnahmen Borgholzhausen / Versmold (abzüglich der Gewerbesteuerumlage) je Einwohner aus Strukturbericht GT 2014 - normalisiert auf das Jahr 2014 (Wert dort = 100)
Gewerbesteuereinnahmen Borgholzhausen / Versmold (abzüglich der Gewerbesteuerumlage) je Einwohner aus Strukturbericht GT 2014 – normalisiert auf das Jahr 2004 (Wert dort = 100)

Wir haben uns den ‚Strukturbericht 2014 für den Kreis Gütersloh‘ von pro Wirtschaft GT vorgenommen und einmal in die Daten geschaut (den Text kann man hier als PDF abrufen). Die Graphik zeigt die Angaben, die man dort für Borgholzhausen und Versmold in Bezug auf die Gewerbesteuereinnahmen pro Einwohner finden kann. Wir haben die Daten hier so dargestellt, dass die Entwicklung für unsere beiden Städte seit dem Jahr 2004 erkennbar wird. Bei Versmold geht der Trend wie erwartet nach unten.

Aber Borgholzhausen hat – trotz einiger Schwankungen – eine offensichtlich positive Entwicklung hinter sich. Und wenn man noch das hier fehlende Jahr 2014 dazu nimmt, in dem wieder gute Einnahmen erzielt wurden, ist der Trend unverkennbar: Borgholzhausen geht es gut. Oder anders gesagt: Borgholzhausen ist nicht in Gefahr.

Und damit wird klar, was man in der Versmolder Lokalpolitik eigentlich meint, wenn man von Schicksalsgemeinschaften spricht:

Borgholzhausen ist nicht mehr der Juniorpartner

Der Ton, den man früher z. B. in den Versammlungen des Zweckverbands wahrnehmen konnte, war der einer gewissen Herablassung von Versmolder Seite. Es hieß das ‚kleine‘ Borgholzhausen solle glücklich sein so ein tolles Industriegebiet bekommen zu haben und dazu auch gleich noch einen Versmolder Großbetrieb. Das dafür die Belastungen komplett in Borgholzhausen landeten sei nur fair und der Borgholzhausener Rat solle gefälligst seine renitenten Bürger in den Griff bekommen, damit es immer so weitergehen könne.

Das ist anscheinend vorbei. Borgholzhausen geht es gut und soll nun der Retter des kränkelnden Nachbarn sein.

Aber kann, soll und muss Borgholzhausen der Retter Versmolds sein? Nein. Denn es gibt schon eine Art ‚Schicksalsgemeinschaft‘ in finanziellen Dingen, in der sich Borgholzhausen und Versmold befinden. Und Halle. Und Werther. Sie nennt sich Kreis Gütersloh und sie sorgt schon für eine große Geldverteilung zwischen den wohlhabenderen und den weniger wohlhabenden Gemeinden.

Borgholzhausen wird seine vertraglichen Pflichten im existierenden Zweckverband erfüllen. Für alles andere sind wir nicht zuständig.

Ein Bauabschnitt III macht finanziell für Borgholzhausen keinen Sinn

In der kommenden Woche soll der Borgholzhausener Stadtrat tun, was einige Versmolder Parteien von ihm verlangen: Er soll beschließen, dass das Interkommunale Gewerbegebiet bei uns am Bahnhof noch weiter ausgebaut wird. Wenn man einmal die offensichtlichen negativen Aspekte wie Natur- und Heimatzerstörung, Flächenfraß, Vermüllung, etc. beiseite lässt und sich nur auf die Frage des Finanziellen beschränkt, macht es dann Sinn über einen dritten Bauabschnitt nachzudenken? Dabei sollte man sich ja einfach am ‚Erfolg‘ der ersten beiden Bauabschnitte orientieren können. Mal sehen:

Schuldenstand des BA II

Es ist inzwischen schon zwei Jahre her, seit wir zum letzten Mal den Schuldenstand des Zweckverbands abgefragt haben. Das Ergebnis ist weiterhin auf der ‚Frag den Staat‘ Plattform abrufbar. Demnach prognostizierte sich der Zweckverband selbst für Anfang 2014 einen Schuldenstand von ca. 6,7 Millionen Euro.

Da der Zweckverband seine Schulden noch zu einer Zeit aufgenommen hat, als die Zinsen relativ hoch waren, muss er ziemlich viel Geld für diese Schulden zahlen. Oder besser gesagt: WIR müssen ziemlich viel Geld für diese Schulden bezahlen.

Gab es Einnahmen, die diese Schulden tilgen könnten? Bisher konnte der Zweckverband einen ganzen Hektar im Bauabschnitt II verkaufen. Der Verkaufspreis einschließlich der Erschließungskosten hat sich auf ca. 30€/qm belaufen (20€ Grundstückpreis, 10€ Erschließungskosten). Es sind also einmalig ca. 300.000€ reingekommen. Die sind aber schon lange wieder von den Schuldzinsen aufgefressen worden. Es bleibt also dabei:

Der Bauabschnitt II verbrennt jeden Tag Geld. Allerdings nicht so kleine Scheine :(
Der Bauabschnitt II verbrennt jeden Tag Geld. Unser Geld! Allerdings nicht so kleine Scheine 😦

Der Bauabschnitt II verzehrt dauerhaft das Geld unserer Stadt, anstatt es zu vermehren.

Vermarktungschancen des BA II (das Beispiel Claas)

Schon seit Jahren wird uns vorgebetet, wie hervorragend die Vermarktungsmöglichkeiten des Interkommunalen Gewerbegebiets seien. Und erst wenn wesentliche Teile der leer stehenden Flächen verkauft sind und die dann dort angesiedelten Betriebe anfangen Steuern zu zahlen wird es möglich sein den Schuldenberg abzutragen und vielleicht sogar irgendwann einmal einen Gewinn daraus zu ziehen. Aber hier tut sich nichts.

Und erst gestern wurde noch einmal überdeutlich, wie schlecht es um das Interkommunale Gewerbegebiet tatsächlich steht: Da hat nämlich das Harsewinkler Unternehmen Claas in einer Pressemitteilung seine Entscheidung bekanntgegeben nicht im IBV zu bauen, sondern in unserer Nachbargemeinde Dissen. Auch in Halle kann man sich offenbar kaum vor Interessenten retten.

Es reicht also offensichtlich nicht aus, wenn man einfach ein paar Flächen an einem Autobahnende als Industrieflächen ausweist, und schon kommen die Unternehmen von selbst. Nicht einmal wenn man ihnen – wie im IBV – jede Art von Verschmutzung gestatten möchte (Stichwort ‚Restriktionsfreiheit‘).

Fazit: Seit 4 Jahren versucht der Zweckverband nun den Bauabschnitt II zu vermarkten, mit minimalem Erfolg. Es ist ein riesiger Schuldenberg entstanden, der immer weiter anwächst. Es gibt keine realistische Aussicht auf eine baldige Besserung.

Einnahmen des BA I

Aber was ist mit dem ersten Bauschnitt, in dem sich inzwischen neben einem Großunternehmen auch eine Handvoll kleinere angesiedelt haben (z. B. der Pilz)? Hier wird von der Verwaltung behauptet, dass sich dieser Teil des Zweckverbands ganz toll gelohnt habe.

Das Problem daran: Offenbar gibt es kein einziges Ratsmitglied, welches jemals konkrete Belege dafür gesehen hat! Alles wird mit dem Argument, es müsse das Betriebsgeheimnis des großen dort angesiedelten Unternehmens geschützt werden, geheim gehalten.

Hier entsteht ein Problem: Die Personen wie unser Bürgermeister, die die Hauptverantwortlichen für den Zweckverband sind, sind auch die einzigen, die Informationen über dessen finanziellen Erfolg haben.

Wie soll man da den Aussagen dieser Personen über den Erfolg des Zweckverbands vorbehaltlos vertrauen?

Keine Empfehlung für einen BA III

Wenn man die vorherigen Punkte einmal zusammenfasst ergibt sich dieses Bild:

  1. Niemand im Stadtrat kann beurteilen, welche Einnahmen der Zweckverband bisher tatsächlich gebracht hat und welcher Teil davon in Borgholzhausen geblieben ist
  2. Auf der anderen Seite existiert ein gewaltiger Schuldenberg, der nicht abgetragen werden kann

Das ist keine Empfehlung für ein Weitermachen nach dem altgewohnten Schema, nur weil es einige Politikerinnen und Politker der Nachbarstadt so wollen.

Borgholzhausen braucht keine dritten Bauabschnitt. Unsere Stadt ist mit den vorhandenen Gewerbeflächen gut aufgestellt. Jedes „Mehr“ bedeutet nur zusätzliche Belastungen.

Die 8. Müllsammelaktion der MITbürger

Seit inzwischen vier Jahren sammeln wir nun regelmäßig zwei Mal im Jahr den Müll in Oldendorf, Ostbarthausen und der Bahnhofsregion. Bisher war der Müllschwerpunkt dabei ganz klar die B476, die zwischen Bahnhof und Autobahn enorme Mengen Unrat von den im Stau stehenden Auto- und LKW Fahrern aufzunehmen hat. Aber inzwischen gibt es einen Bereich, der noch schlimmer dran ist:

Die von der Verwaltung für die Vermüllung freigegebene Thielheide

Vor ein paar Tagen hatten wir hier – wieder einmal – über das immer heftiger werdende Problem der von der Stadtverwaltung offenbar geduldeten LKW Falschparker geschrieben. Die Müllsammelaktion hat das bestätigt:

Müllberge in der Thielheide
Eine Wagenladung Unrat allein aus dem Bauabschnitt 2!!
Vorher / Nachher Effekt in der Thielheide
Vorher / Nachher Effekt in der Thielheide

Schicksalsgemeinschaften: Hier könnte sich die Versmolder Lokalpolitik einmal einbringen

Vor einigen Tagen hat der Versmolder Wesolowski den Begriff der ‚Schicksalsgemeinschaft‘ verwendet. Er meinte damit zwar eher Geldtransfers von Borgholzhausen nach Versmold, aber die Ernsthaftkeit dieser ‚Gemeinschaft‘ könnte man in Versmold ja auch einmal bei der Beseitigung des Mülls beweisen. Wir haben daher schon einmal eine Aufteilung gemacht:

Der in der Thielheide eingesammelte Müll, aufgeteilt in den Borgholzhausener und den Versmolder Teil.
Der in der Thielheide eingesammelte Müll, aufgeteilt in den Borgholzhausener und den Versmolder Anteil. Dahinter ein Teil der fleißigen Helfer.

Die Säcke müssten inzwischen beim Bauhof gelandet sein und warten auf Abholung!

Was wir nicht gereinigt haben

Nach der Müllsammelaktion kann man in unserer Region doch eine deutliche Verbesserung wahrnehmen, siehe das oben stehende Vorher-Nachher-Bild aus der Thielheide. Trotzdem könnte einem aufmerksamen Betrachter beim Gang durch den Bauabschnitt II auffallen, dass wir einige ‚Papierchen‘ liegen gelassen haben. Das liegt daran, dass es auch nach vier Jahren Müllsammelaktion Dinge gibt, die man weiterhin nicht anfassen will. Wer sich nicht denken kann, worum es hier geht, der besuche einfach mal die Thielheide.

Die 'Betonmülleimer' in der Thielheide - Sie füllen sich schnell
Die ‚Betonmülleimer‘ in der Thielheide – Sie füllen sich schnell

Auch die gut angenommenen ‚Betonmülleimer‘, die die Verwaltung in der Thielheide aufgestellt hat, haben wir nicht geleert. Wenn sie überlaufen sagen wir der Verwaltung Bescheid.

Leserbrief: Schicksalsgemeinschaften und Bekenntnisse – Das hatten wir alles schon

Den folgenden Leserbrief haben wir als Antwort auf das ‚Bekenntnis‘ eines Teils der Versmolder Lokalpolitik verfasst, mit dem ein dritter Bauabschnitt auf Borgholzhausener Grund wieder einmal vorangetrieben werden soll. Der Leserbrief wurde am 11. März 2015 im Haller Kreisblatt und im Westfalenblatt veröffentlicht.

Schicksalsgemeinschaften und Bekenntnisse – Das hatten wir alles schon

Ein Teil der Versmolder Parteien ist der Meinung sich wieder einmal in die Politik der Nachbarstadt einmischen zu müssen: Wie man der heimischen Presse entnehmen konnte haben CDU, SPD und FDP einen Beschluss zur ‚Bekräftigung der Zusammenarbeit im interkommunalen Gewerbegebiet‘ gefällt. Und erwartet nun gleiches von unserem Stadtrat.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Wenn ja: Kein Wunder. Das hatten wir schon mal! Vor ziemlich genau 4 Jahren hat der Versmolder Stadtrat seine ‚Partner‘ in der Nachbarstadt schon einmal ultimativ aufgefordert ein ‚Bekenntnis‘ abzuliefern. Und ist damit verdienterweise auf die Nase gefallen (wir erinnern uns). Hat man das in Versmold schon wieder vergessen, oder nichts daraus gelernt?

Wasch mir den Pelz, aber mach‘ mich nicht nass

Unserer Nachbarstadt geht es schlecht, auch das kann man jede Woche in der Zeitung lesen. Offenbar so schlecht, da ist keine Floskel zu peinlich: So spricht der CDU Mann Wesolowski von einer ‚Schicksalsgemeinschaft‘, die es zwischen Borgholzhausen und Versmold gebe. Was soll damit gemeint sein?

Wieder einmal geht es um einen dritten Bauabschnitt im interkommunalen Gewerbegebiet bei uns am Bahnhof. Und während in der Borgholzhausener Politik endlich das notwendige Umdenken erfolgt und der sinnlose Verbrauch von Fläche und Heimat hinterfragt wird ist in Versmold offenbar die Zeit stehen geblieben.

Das ist ja auch kein Wunder, war der Deal für die Versmolder doch bisher optimal: Man konnte allen Dreck und alle Umweltbelastungen nach Borgholzhausen exportieren, dafür auch noch Geld bekommen und das sogar ohne das Risiko von den betroffenen Bürgern abgewählt zu werden. Das versteht man in Versmold offenbar unter einer fairen (?) Zusammenarbeit, die man nur zu bereitwillig fortsetzen will und zu der man sich gerne bekennt.

Versmold geht es schlecht. Könnte man da nicht etwas mehr Kreativität von der dortigen Lokalpolitik erwarten und entweder die Bereitschaft neue Wege zu gehen, oder auch einmal selbst Opfer zu bringen? Wir denken es ist höchste Zeit dazu.

Auch nach seit vier Jahren andauernden Vermarktungsversuchen gibt es in der Thielheide (BA II) weiterhin viel mehr Hasen als angesiedelte Industriebetriebe. Wer braucht da einen dritten Bauabschnitt?
Auch nach seit vier Jahren andauernden Vermarktungsversuchen gibt es in der Thielheide (BA II) weiterhin viel mehr Hasen als angesiedelte Industriebetriebe. Wer braucht da einen dritten Bauabschnitt?

Die Thielheide: Von der Stadt Borgholzhausen für die völlige Vermüllung freigegeben

Unsere letzte Müllsammelaktion liegt nun schon einige Monate zurück, bald ist es wieder Zeit für den nächsten Rundgang. Dringend nötig ist er, denn Borgholzhausens beliebtester LKW Parkplatz erfreut sich weiterhin ungebrochener Nutzung:

Parkende LKW im BA II

Dieses Bild wurde vor ein paar Tagen aufgenommen. Schon um kurz nach 17 Uhr parken ACHT LKW in der Thielheide an der Straße, die durch den sogn. Bauabschnitt II des interkommunalen Gewerbegebiets führt. Offenbar hat man hier als Falschparker nichts zu befürchten, obwohl die Straße mit Halteverbotsschildern nur so zugepflastert ist. Aber da niemand kontrolliert werden die Schilder einfach ignoriert.

Jeden Morgen beim Aufbruch reinigen dann die meisten der Fahrer ihre Kabinen und hinterlassen den Unrat beutelweise in der Thielheide. Nun ja, immerhin nutzen einige die von der Stadt vor einiger Zeit aufgestellten ‚Mülleimer‘:

Zu Mülltonnen umgewidmete Betonpoller

Diese Mülleimer sind nur schwer zu leeren, da sie komplett aus Beton sind. Da hat der Bauhauf eine anstrengende Aufgabe vor sich, falls hier tatsächlich einmal eine Leerung stattfinden sollte.

Wir haben den Bürgermeister schon mehrmals auf diese unhaltbaren Zustände hingewiesen, aber keine Reaktion / Antwort erhalten. Offenbar ist das Thema der Verwaltung einfach nur lästig. Inzwischen hat man sogar ein neues Schild aufgestellt, welches den einen Parkplatz suchenden Fahrern die Angst nehmen soll in die verbotene Straße einzufahren:

wendemoeglichkeit

Schön, dass die Stadt so gut für unsere auswärtigen ‚Gäste‘ sorgt. Noch schöner wäre es, wenn man sich in der Verwaltung um die Anliegen und die Lebensqualität der eigenen Bürger kümmern würde!