Enttäuschend, aber aufschlussreich

Die Entscheidung, die unser Stadtrat in dieser Woche nach zwei intensiven Diskussionen im Bau- und Planungsausschuss und im Rat gefällt hat ist aus unserer Sicht natürlich enttäuschend. CDU und SPD haben gegen die besseren Argumente entschieden das Tor zu einer weiteren Vernichtung von Heimat und Natur offen zu halten. Es war eine Entscheidung, die von Angst getrieben war, und nicht von Fakten.

Angst schlägt Fakten

Gerne versuchen die unverbesserlichen Freunde von Industriegebieten unseren Protest als rein emotionale Sache von Bürgern abzutun, die nun mal das Pech haben zum Wohle (?) der Allgemeinheit schwere Belastungen auf sich nehmen zu müssen. Tatsächlich war unsere persönliche Betroffenheit für uns aber ein Ansporn die Fakten zusammenzutragen, die eigentlich die Verwaltung bzw. unser Bürgermeister Keller den Ratsmitgliedern hätte zur Verfügung stellen müssen, damit diese eine Grundlage für eine vernünftige Entscheidung im Sinne unserer Stadt und ihrer Bürger erhalten. Dies hat unser Bürgermeister, als in dieser Angelegenheit höchst befangene Person, natürlich unterlassen. Daher waren wir es, die den Ratsmitgliedern Informationen zu den wichtigsten Punkten zur Verfügung gestellt haben. Zum Beispiel:

In Borgholzhausen ist nicht nur im interkommunalen Gewerbegebiet noch viel Platz!
In Borgholzhausen ist nicht nur im interkommunalen Gewerbegebiet noch viel Platz!
Der Zweckverband: Gewaltige Schulden, geringer Vermarktungserfolg
Der Zweckverband: Gewaltige Schulden, geringer Vermarktungserfolg
  • Wie würde eine Bebauung des Thiels, der beim ersten Anlauf des Zweckverbands für einen dritten Bauabschnitt vorgesehen wurde, eigentlich in die Landschaft passen (kurze Antwort: schrecklich)?
Der Blick auf den Thiel und die dahinterliegenden Landmarken von Borgholzhausen. Wer will da Hochregallager sehen?
Der Blick auf den Thiel und die dahinterliegenden Landmarken von Borgholzhausen. Wer will da Hochregallager sehen?

Diese den Ratsmitgliedern als Tischvorlage zur Verfügung gestellten Dokumente wurden nach unserem Eindruck mit großem Interesse aufgenommen, es bestand also ein entsprechender Informationsbedarf.

Leider waren wir mit diesen Fakten möglicherweise zu spät dran. Denn unter den Ratsmitgliedern von SPD und CDU hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine große Torschlußpanik breit gemacht. Dabei ging es um die Angst, dass es durch die Reform des Landesentwicklungsplans (LEP) in Zukunft schwieriger werden könnte neue Industriegebiete auszuweisen. Das man davor in Borgholzhausen angesichts der Fakten keine Angst haben muss ist eigentlich klar, nur kannten viele Ratsmitglieder die Fakten vermutlich nicht vor den Sitzungen. Dafür waren sie schon Tage zuvor mit Schreiben der Industrielobby bedacht worden, die die entsprechenden Ängste natürlich nur zu gerne nutzte.

Alle weiteren Argumente, die von SPD und CDU in den beiden Sitzungen angeführt wurden, lassen sich letztlich auf diese Ängste zurückführen, z. B. die Sache mit den zukünftigen Generationen, denen man die ‚Chance auf eigene Industriegebiete‘ offen halten müsse. Von den Grünen kam dazu der berechtigte Einwand, dass sich zukünftige Generationen sicher etwas anderes wünschen als zubetonierte Landschaften. Und aus der BU – nicht aus der CDU – kam der Hinweis, dass die Landwirtschaft Flächen braucht, heute viel dringender als noch vor einigen Jahren.

Trotzdem haben am Ende bei SPD und CDU die emotionalen Argumente über die Fakten gesiegt.

Es bleibt zu hoffen, dass bei zukünftigen Entscheidungen wieder etwas mehr auf den Verstand gehört wird!

Was man über die Politik in Borgholzhausen gelernt hat

Es gibt das fälschlicherweise Bismarck zugeschriebene, geflügelte Wort dazu, wie es in der Politik so zugeht:

„Je weniger die Leute wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.“

In dieser Woche konnte man tatsächlich einmal hautnah und live miterleben, was für ein Gewurschtel die Politik sein kann. Und während man auf der einen Seite Parteien wie die BU und die Grünen erleben konnte, die ihren Standpunkt umfangreich und auf Fakten basiert begründeten bzw. die ihrem Wertekompaß ohne Abstriche treu blieben, waren die Darbietungen von CDU und SPD sicher dazu geeignet, einer weiteren Politikverdrossenheit ordentlich Vorschub zu leisten.

Viele Würstchen sieht man hier
Viele Würstchen sieht man hier

Die CDU hat mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Weßling einen Politiker an die Spitze gesetzt, der offenbar ernsthaft glaubt die Vermeidung des Wortes ‚Bauabschnitt III‘ sei geeignet um die betroffenen Bürger zu täuschen, wenn er es nur selbst glaubt und oft genug wiederholt. Aber so viel Sand kann niemand in den Augen haben. Auch die Konfrontation mit seinen regelmäßigen Äußerungen gegen Flächenverbrauch – siehe diese Zitate von Arnold Weßling gegen Flächenfraß – während einer Abstimmung für neue Industriegebiete, verursachte ihm kein Unwohlsein. Für diese Schamlosigkeit gibt es keine Worte, die man hier niederschreiben könnte.

Die SPD hat sich von der CDU niederringen lassen, obwohl sie die größere Fraktion ist, zur Zeit als einzige einen Bürgermeisterkandidaten hat und ihren ursprünglichen Standpunkt erst vor wenigen Wochen öffentlich verkündet hat. Man kann dies wie das Haller Kreisblatt freundlich ‚am weitesten vom ursprünglichen Standpunkt entfernt‘ nennen, aber so freundlich sind sicher nicht viele.

Eine Beerdigung des BA III Irrsinns wäre schön gewesen, aber…

Wir hätten den Unsinn eines BA III gerne vom Tisch gehabt, aber so ist es nicht gekommen. Wir werden auch in den kommenden Jahren kritisch begleiten, welche Entwicklung unsere Region nimmt, den Anfang haben wir bereits im Bericht des WDRs gemacht.

Die Entscheidung über den dritten Bauabschnitt heute im Fernsehn! [UPDATE]

Die intensiven Diskussionen, merkwürdigen Abstimmungsergebnisse und überraschenden (?) Meinungswechsel einiger Vertreter der Borgholzhausener Lokalpolitik haben die Aufmerksamkeit der Medien geweckt.

tv

Heute Morgen konnte man schon im Radio davon hören, heute Abend wird der WDR in der Bielefelder Lokalzeit ab 19:30 Uhr ebenfalls berichten. Auch wir MITbürger Borgholzhausen-Bahnhof hatten Gelegenheit einige Statements abzugeben. Wer es zeitlich nicht einrichten kann: In der Mediathek kann man den Bericht auch später noch sehen.

UPDATE: Der Beitrag ist jetzt in der Mediathek abrufbar

Inzwischen hat der WDR den Beitrag hier in seiner Mediathek veröffentlicht. Ab 6:10 beginnt der Beitrag. Dieser Direktlink springt sofort an die passende Stelle, funktionierte aber gerade bei uns nicht so richtig.

Der gestrige Bau- und Planungsausschusss: Jede Menge Sand für die Augen und ein überraschendes Ergebnis

Die gestrige Sitzung des Bau- und Planungsausschusses war kontrovers, aufregend, etwas turbulent und von starkem Bürgerinterresse begleitet. Und hatte am Ende ein Ergebnis, welches zumindest einen großen Teil der Zuhörerinnen und Zuhörer überrascht haben dürfte.

Ca. 40 Bürgerinnen und Bürger konnte man im Sitzungssaal zählen, deutlich mehr als die Zahl der Vertreterinnen und Vertreter von Rat und Verwaltung. Die Behandlung des wichtigsten Tagesordnungspunkts 2 ‚Zukünftige Entwicklung des Interkommunalen Gewerbe- und Industriegebietes Borgholzhausen/Versmold‘ dauerte dann einschließlich einer längeren Sitzungsunterbrechung, bei der vier Bürgerinnen und Bürger zu Wort kamen, fast zwei Stunden.

Und wir lagen mit unserer Prognose über das Abstimmungsergebnis falsch:

Die große Wortklauberei

Eines der beherrschenden Themen des Abends war, dass man einen dritten Bauabschnitt nicht einen dritten Bauabschnitt nennen dürfe. Damit begann der Ausschußvorsitzende Weßling den Tagesordnungspunkt: Ihn habe gestört, dass in der Presseerklärung der BU und auf bestimmten Internetseiten (wir kennen da eine) immer davon die Rede sei, es ginge bei dieser Entscheidung um einen dritten Bauabschnitt im Interkommunalen Gewerbegebiet.

Das sei aber garnicht der Fall. Es ginge nur um eine potentielle, zukünftige Zusammenarbeit mit Versmold bei der Schaffung neuer Industriegebiete. Diese neuen Industriegebiete würden natürlich an einem Verkehrsknotenpunkt geschaffen werden und die Form eines interkommunalen Gewerbegebiets haben. Dieser Argumentation schloss sich auch Bürgermeisterkandidat Dirk Speckmann von der SPD in seiner vorbereiteten Erklärung an.

Diese Darstellung – eine Erweiterung des einzigen interkommunalen Gewerbegebiets, welches Borgholzhausen und Versmold auf absehbare Zeit haben werden, an der einzigen Autobahnabfahrt, die es in Borgholzhausen gibt – sei kein dritter Bauabschnitt, sorgte wie nicht anders zu erwarten für heftigen Widerspruch von den Ratsmitgliedern der BU und der Grünen und aus dem Publikum.

Kein Wunder, dass die Redewendung des Sand in die Augen streuens gestern eine der beliebtesten war, neben durchaus deutlicheren Beschreibungen. Und man bräuchte schon einen ganzen Berg Sand in den Augen um zu glauben, was man gestern von CDU und SPD hören musste. Vor allem da – wie von einem Bürger in der Sitzungsunterbrechung angemerkt und von Weßling bestätigt – der Versmolder Rat in seinem parallelen Beschluß, ohne um den heißen Brei herumzureden, von einem dritten Bauabschnitt spricht.

Wer kann so viel Sand in den Augen haben?
Wer kann so viel Sand in den Augen haben?

Die Abstimmung

Als nach zwei Stunden die Abstimmung über die drei von der Verwaltung vorgegebenen Beschlußvorschläge erfolgte war das Ergebnis zunächst verblüffend:

Nur CDU und FDP stimmten den ersten beiden Vorschlägen zu, die sich auch irgendwie nicht unterschieden.

Als dann die Abstimmung über den dritten Vorschlag erfolgte, in dem eine Erweiterung der Industriefläche vorrangig auf Versmolder Seite enthalten ist, stimmte nun die SPD zu, aber nicht mehr die CDU und die FDP.

Die BU und die Grünen haben – wie vorher angekündigt und in der Sitzung auch noch einmal in verschiedenen Wortmeldungen hervorragend begründet – keinem der drei Vorschläge zugestimmt.

Was bedeutet das? 

Zunächst einmal nur, dass der Ausschuß dem Stadtrat, der heute über das Thema endgültig beschließen soll, keine Empfehlung gibt. Das heißt heute sollte es zur Fortsetzung der gestrigen Diskussionen kommen. Ob dabei am Ende das gleiche Abstimmungsergebnis herauskommt? Das ist die spannende Frage. Dieses Mal wagen wir keine Prognose….

Wie der Bau- und Planungsausschuss gleich abstimmen wird

In wenigen Stunden beginnt die Sitzung des Bau- und Planungsausschusses. Top 2 ist dabei am interessantesten:

  • Zukünftige Entwicklung des Interkommunalen Gewerbe- und Industriegebietes Borgholzhausen/Versmold

Dahinter verbirgt sich der letzte Versuch eines Teils der Versmolder Lokalpolitik und der Industrielobby nun doch noch einen dritten Bauabschnitt im interkommunalen Gewerbegebiet hier bei uns am Bahnhof zu etablieren, sei er auch noch so überflüssig. Natürlich macht dabei auch unser Bürgermeister Keller mit. Aber was werden unsere gewählten Vertreterinnen und Vertreter im Rat tun? Hier unsere Prognose, basierend auf den letzten bekannten Stellungnahmen zu diesem Thema:

BU – Eindeutig dagegen

Die BU hat gerade erst eine umfangreiche Stellungnahme zum Thema veröffentlicht und spricht sich darin eindeutig gegen einen dritten Abschnitt aus:

Die Borgholzhauser Unabhängigen lehnen eine Erweiterung des Interkommunalen Gewerbegebiet Borgholzhausen-Versmold (IBV) über die bestehenden beiden Bauabschnitte I und II hinaus aus verschiedenen Gründen entschieden ab,

Grüne – Eindeutig dagegen

Die Grünen sind ebenfalls eindeutig gegen einen dritten Bauabschnitt.

SPD – Mindestens teilweise dagegen

In dem Bericht des HKs vom 12.02.2015 über die Klausurtagung der SPD konnte man diesen Absatz lesen:

Einen dritten Abschnitt auf Borgholzhausener Seite wollen die Sozialdemokraten nicht. Dort können sie sich nur noch die Suche nach Erweiterungsmöglichkeiten für den zweiten Bauabschnitt vorstellen.

Also kein BA III, jedenfalls nicht auf dieser Seite der Autobahn. Allerdings wirken die von der Verwaltung gewählten Beschlussvorschläge so, also wären sie bewusst in einer Weise gestaltet worden, damit die SPD und ihr Bürgermeisterkandidat Dirk Speckmann notfalls doch zustimmen können. Auch wenn das auf eine heftige Wortklauberei hinauslaufen würde.

CDU – Mindestens der Fraktionsvorsitzende sollte dagegen sein

Von der CDU hat man in letzter Zeit nicht viel zu diesem Thema gehört. Allerdings hat sich der Fraktionsvorsitzende Arnold Weßling in den letzten Jahren als Repräsentant der hießigen Landwirtschaft regelmäßig gegen Flächenverbrauch ausgesprochen. Eines der jüngsten Zitate ist dabei dieses:

„Ist es nicht sinnvoller, dass Unternehmen in vorhandene oder gegebenenfalls auf den Grundmauern neu errichtete Gebäude ziehen, als dass vor den Toren des Dorfes oder der Stadt wieder ein neues Gewerbegebiet ausgewiesen wird?“  [Quelle]

Hier kann man also vielleicht auf die Stimme des Vorsitzenden des Bau- und Planungsausschusses zählen. Bei den anderen CDU Ratsmitgliedern ist so eine Einschätzung schwieriger.

FDP – Sicher dafür

Auch von der FDP sind keine aktuellen Statements zum Thema bekannt, aber man muss wohl kein Hellseher sein um zu ahnen, wie sie sich verhalten wird.

Damit haben wir ein Ergebnis

Der Bau- und Planungsausschuss hat 11 Mitglieder. Für eine Mehrheit gegen einen BA III reichen also 6 Stimmen.

Für die Rehe in der Thielheide entscheidet sich in den kommenden beiden Tagen, ob die Sonne für sie auch in Zukunft aufgeht, oder dauerhaft untergeht.
Für die Rehe in der Thielheide entscheidet sich in den kommenden beiden Tagen, ob die Sonne für sie auch in Zukunft aufgeht, oder dauerhaft untergeht.

BU und Grüne haben bereits 4 davon. Rechnet man den CDU Fraktionsvorsitzenden Weßling auch zu den Ablehnern wäre man schon bei 5 Gegenstimmen und der Bürgermeisterkandidat Speckmann müsste nur bei seiner schon gemachten Zusicherung bleiben, dass mit ihm kein BA III zu machen ist, und schon wäre der Vorstoß vom Tisch.

Noch viele freie Gewerbeflächen in Borgholzhausen

Heute soll der Ausschuss für Planungs- und Bauangelegenheiten über einen dritten Bauabschnitt im interkommunalen Gewerbegebiet befinden. Morgen dann der Stadtrat die endgültige Entscheidung fällen. Dazu hat die Verwaltung eine Reihe von etwas merkwürdigen Abstimmungsoptionen vorgegeben, aber das ist ein anderes Thema.

Torschlusspanik

Im Vorfeld wurde versucht bei den Ratsmitgliedern eine Art Torschlusspanik zu verursachen, frei nach dem Motto ‚Wenn erstmal der böse, neue Landesentwicklungsplan da ist, dann bekommen wir nie, nie wieder so ein schönes Industriegebiet!‘. Abgesehen davon, dass niemand weis, was in 10 oder 20 Jahren so sein wird, gibt es für Borgholzhausen selbst in diesem Fall keinen Grund zur Sorge. Die folgende Karte haben wir an Hand von öffentlichen Informationen über die Industrie- und Gewerbeflächen in unserer Stadt zusammengestellt:

In Borgholzhausen ist nicht nur im interkommunalen Gewerbegebiet noch viel Platz!
In Borgholzhausen ist nicht nur im interkommunalen Gewerbegebiet noch viel Platz!

Die grünen Flächen sind unbebaute Flächen. Wie man sieht gibt es neben dem nahezu komplett freien Bauabschnitt II noch etliche weitere Flächen. Wer hat da noch Torschlusspanik?

Der dritte Bauabschnitt hat die Industrielobbyisten, die er verdient

Überraschung: Wie man heute der lokalen Presse entnehmen konnte, wollen auch die Lobbyverbände der Industrie wieder in der Diskussion um einen dritten Bauabschnitt im interkommunalen Gewerbegebiet mitmischen. Nicht lesen konnte man, dass die entsprechenden Briefe schon in der vergangenen Woche an unsere Ratsvertreter gegangen waren. Wer sich ein Bild davon machen will, wie so ein Standardbrief der Industrielobby aussieht, der findet ihn hier:

Interkommunales Gewerbegebiet Borgholzhausen/Versmold zukunftssicher machen

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Sorge betrachten wir die aktuellen Diskussionen um die weitere Entwicklung des Interkommunalen Gewerbegebietes Borgholzhausen/ Versmold (IBV).

Der Kreis Gütersloh insgesamt ist einer der führenden Industriestandorte in Nordrhein-Westfalen. Die Industrie und ihre Beschäftigten sind wesentlicher Motor von Wachstum und Wohlstand in unserer Region und damit auch in Borgholzhausen. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass der Kreis Gütersloh mit seinen Städten und Gemeinden heute zu den gesunden Standorten mit hoher Lebensqualität in Nordrhein-Westfalen gehört.

Damit diese positive Entwicklung auch in Zukunft möglich bleibt, brauchen wir unter anderem ein aktives Eintreten für neue Gewerbeflächen mit sehr guter verkehrlicher Anbindung. Diese Voraussetzungen sind im IBV wie an kaum einer anderen Stelle im Kreis Gütersloh auch zukünftig gegeben. Die weitere Entwicklung des IBV sollte daher nicht gefährdet werden. Dabei sollten insbesondere die landesplanerischen Rahmenbedingungen beachtet werden. Diese sehen unter anderem den klaren Fokus auf interkommunale Standorte mit guter Verkehrsanbindung vor. Eine isolierte gewerbliche Entwicklung nur für eine Kommune wird zukünftig schwer möglich sein. Damit wären Borgholzhausen und zumindest kurz- und mittelfristig auch die Stadt Versmold von weiteren Entwicklungsschritten abgekoppelt. Die daraus resultierenden negativen Effekte würden sehr schnell auf die kommunale Finanzlage durchschlagen.

Sehr geehrte Damen und Herren Ratsmitglieder in Borgholzhausen, uns ist durchaus bewusst, dass industrielle Prozesse auch Belastungen für die Bevölkerung mit sich bringen können. Die durch die Industrie sowie die vor- und nachgelagerten Bereiche erzielten Wertschöpfungseffekte, zusätzliche attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze, hohe Industrielöhne sowie die damit verbundene hohe Kaufkraft überwiegen jedoch bei weitem diese Belastungen.. Ein großer Teil der regionalen Handels- und Dienstleistungsbranchen ist zudem stark vom Erfolg der heimischen Industrie abhängig. Es ist daher unerlässlich, weiterhin eine angebotsorientierte Flächenplanung vorzunehmen. Die bisherigen Erfolge des IBV geben dieser Strategie Recht.

Wir appellieren daher an Sie, eine angebotsorientierte Weiterentwicklung des IBV zu unterstützen und Borgholzhausen auch für zukünftige Generationen wirtschaftliches Wachstum und ausreichende Gewerbesteuereinnahmen zu ermöglichen.

Die Unterzeichner stehen gerne für persönliche Erläuterungen zur Verfügung.

Gütersloh, 20.03.2015

Die Unterzeichner sind:

Alte Bekannte

Die IHK und die pro Wirtschaft GT GmbH sind alte Bekannte für uns:

Sie stehen immer bereit, wenn jemand den Auftritt eines Industrielobbyisten braucht, z. B. um in einer Arbeitsgruppensitzung möglichst viel Zeit mit sinnlosen Vorträgen zu verbrauchen, um so die konstruktive Arbeit zu torpedieren.

Was tut eigentlich der Unternehmerverband für uns?

Mit dem Unternehmerverband für den Kreis Gütersloh e. V. hatten wir hingegen noch nicht viel zu tun. Was macht der eigentlich so? Was immer er tut, zumindest schafft er es nicht, seine Mitglieder dazu zu bringen in hier leerstehende Industriegebiete zu investieren. Zum Beispiel das Mitgliedsunternehmen Claas, welches gerade verkündet hat, nach Dissen zu gehen.

Auch die Firma Claas - die sich gerade in Dissen ansiedelt - ist Mitglieder im Unternehmerverband für den Kreis Gütersloh
Auch die Firma Claas – die sich gerade in Dissen ansiedelt – ist Mitglied im Unternehmerverband für den Kreis Gütersloh

Es ist natürlich einfach als Unternehmerverband ‚Politische Arbeit im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft gegenüber Abgeordneten, Kommunen, Parteien, Gewerkschaften und anderen Institutionen‘ zu machen (Selbstbeschreibung von der Homepage des Verbands) mit dem Ziel, dass immer mehr Gewerbeflächen geschaffen werden. Peinlich ist es aber, wenn dann nicht mal die eigenen Mitglieder diese Flächen auch nutzen wollen.

Wen soll das Schreiben überzeugen?

Fanden Sie das Schreiben von IHK & Co überzeugend? Wirklich? Wenn das so ist, dann liegt das daran, dass es ein vermutlich schon oft eingesetzter Standardtext ist. Hier ist der Text nocheinmal, dieses Mal sind aber die Stellen markiert, die nicht Standardtext sind:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Sorge betrachten wir die aktuellen Diskussionen um die weitere Entwicklung des Interkommunalen Gewerbegebietes Borgholzhausen/ Versmold (IBV).

Der Kreis Gütersloh insgesamt ist einer der führenden Industriestandorte in Nordrhein-Westfalen. Die Industrie und ihre Beschäftigten sind wesentlicher Motor von Wachstum und Wohlstand in unserer Region und damit auch in Borgholzhausen. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass der Kreis Gütersloh mit seinen Städten und Gemeinden heute zu den gesunden Standorten mit hoher Lebensqualität in Nordrhein-Westfalen gehört.

Damit diese positive Entwicklung auch in Zukunft möglich bleibt, brauchen wir unter anderem ein aktives Eintreten für neue Gewerbeflächen mit sehr guter verkehrlicher Anbindung. Diese Voraussetzungen sind im IBV wie an kaum einer anderen Stelle im Kreis Gütersloh auch zukünftig gegeben. Die weitere Entwicklung des IBV sollte daher nicht gefährdet werden. Dabei sollten insbesondere die landesplanerischen Rahmenbedingungen beachtet werden. Diese sehen unter anderem den klaren Fokus auf interkommunale Standorte mit guter Verkehrsanbindung vor. Eine isolierte gewerbliche Entwicklung nur für eine Kommune wird zukünftig schwer möglich sein. Damit wären Borgholzhausen und zumindest kurz- und mittelfristig auch die Stadt Versmold von weiteren Entwicklungsschritten abgekoppelt. Die daraus resultierenden negativen Effekte würden sehr schnell auf die kommunale Finanzlage durchschlagen.

Sehr geehrte Damen und Herren Ratsmitglieder in Borgholzhausen, uns ist durchaus bewusst, dass industrielle Prozesse auch Belastungen für die Bevölkerung mit sich bringen können. Die durch die Industrie sowie die vor- und nachgelagerten Bereiche erzielten Wertschöpfungseffekte, zusätzliche attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze, hohe Industrielöhne sowie die damit verbundene hohe Kaufkraft überwiegen jedoch bei weitem diese Belastungen.. Ein großer Teil der regionalen Handels- und Dienstleistungsbranchen ist zudem stark vom Erfolg der heimischen Industrie abhängig. Es ist daher unerlässlich, weiterhin eine angebotsorientierte Flächenplanung vorzunehmen. Die bisherigen Erfolge des IBV geben dieser Strategie Recht.

Wir appellieren daher an Sie, eine angebotsorientierte Weiterentwicklung des IBV zu unterstützen und Borgholzhausen auch für zukünftige Generationen wirtschaftliches Wachstum und ausreichende Gewerbesteuereinnahmen zu ermöglichen.

Die Unterzeichner stehen gerne für persönliche Erläuterungen zur Verfügung.

Haben Sie mitgezählt? In diesen Standardbrief wurden 14 Worte eingefügt, die sich speziell auf die Situation in Borgholzhausen beziehen. Interessant, dass es gleich drei Organisationen brauchte um dieses Schreiben aufzusetzen. Oder armselig.

Lobbyisten, die zum Lobbyzweck passen

Der armselige Stil, der hier vorgebrachten Standardargumente, die sich so für jede beliebige Stadt an irgendeiner Autobahn und für jedes beliebige interkommunale Gewerbegebiet aufschreiben lassen, passt perfekt zum dritten Bauabschnitt: Es gibt keine guten Argumente für ihn, und ausgerechnet die Industrielobbyisten bestätigen uns das. 

Was die Schicksalsgemeinschaft des Herrn Wesolowski wirklich meint: Borgholzhausen ist nicht mehr der Juniorpartner

Schon vor ein paar Tagen – in unserem letzten Leserbrief – hatten wir uns die Frage gestellt, was der Versmolder CDU Mann Wesolowski wohl damit gemeint haben könnte, als er den Begriff der ‚Schicksalsgemeinschaft‘ wählte um die Beziehung zwischen Borgholzhausen und Versmold zu beschreiben. Eigentlich haben wir ja nur einen Zweckverband.

Der Begriff ‚Schicksalsgemeinschaft‘ ist in der Politik irgendwie aus der Mode gekommen, da er – wie die Wikipedia bestätigt – in einer der dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte sehr beliebt war. Und darauf will man sich ja nicht unbedingt berufen. Trotzdem scheint dies der neue Lieblingsbegriff von Herrn Wesolowski zu sein, jedenfalls konnte man ihn in der vergangenen Woche wieder in der lokalen Presse lesen. Aber was ist eigentlich eine Schicksalsgemeinschaft? Wikipedia sagt:

Eine Schicksalsgemeinschaft ist eine Gruppe von Personen, die einem gemeinsamen Schicksal ausgesetzt ist, z. B. einer risikobehafteten oder gefährlichen Situation. Beispiele hierfür sind Schiffbrüchige, Geiseln oder in einem Bergwerk eingeschlossene Personen.

Der entscheidende Punkt ist also die gemeinsame Gefahr, in der man sich befindet. Und da Herr Wesolowski sicher nicht meint, dass unsere beiden Städte die Geiseln des Zweckverbands sind, oder mit einem finanziell fehlgeschlagenen Bauabschnitt II schiffbrüchig wurden (was auch stimmen würde), geht es offenbar um etwas anderes:

Borgholzhausen ist nicht in Gefahr

Bei der Frage der Industriegebiete bzw. ihrer ständigen Erweiterung geht es immer nur ums Geld. Also hat die Gefahr, in der sich Borgholzhausen und Versmold demnach gemeinsam befinden müssen, offenbar etwas mit der Angst vor ausbleibenden Gewerbesteuereinnahmen zu tun. Das es in Versmold schlecht steht, das kann man zur Zeit oft hören. Versmold ist also in Gefahr. Aber Borgholzhausen?

Gewerbesteuereinnahmen Borgholzhausen / Versmold (abzüglich der Gewerbesteuerumlage) je Einwohner aus Strukturbericht GT 2014 - normalisiert auf das Jahr 2014 (Wert dort = 100)
Gewerbesteuereinnahmen Borgholzhausen / Versmold (abzüglich der Gewerbesteuerumlage) je Einwohner aus Strukturbericht GT 2014 – normalisiert auf das Jahr 2004 (Wert dort = 100)

Wir haben uns den ‚Strukturbericht 2014 für den Kreis Gütersloh‘ von pro Wirtschaft GT vorgenommen und einmal in die Daten geschaut (den Text kann man hier als PDF abrufen). Die Graphik zeigt die Angaben, die man dort für Borgholzhausen und Versmold in Bezug auf die Gewerbesteuereinnahmen pro Einwohner finden kann. Wir haben die Daten hier so dargestellt, dass die Entwicklung für unsere beiden Städte seit dem Jahr 2004 erkennbar wird. Bei Versmold geht der Trend wie erwartet nach unten.

Aber Borgholzhausen hat – trotz einiger Schwankungen – eine offensichtlich positive Entwicklung hinter sich. Und wenn man noch das hier fehlende Jahr 2014 dazu nimmt, in dem wieder gute Einnahmen erzielt wurden, ist der Trend unverkennbar: Borgholzhausen geht es gut. Oder anders gesagt: Borgholzhausen ist nicht in Gefahr.

Und damit wird klar, was man in der Versmolder Lokalpolitik eigentlich meint, wenn man von Schicksalsgemeinschaften spricht:

Borgholzhausen ist nicht mehr der Juniorpartner

Der Ton, den man früher z. B. in den Versammlungen des Zweckverbands wahrnehmen konnte, war der einer gewissen Herablassung von Versmolder Seite. Es hieß das ‚kleine‘ Borgholzhausen solle glücklich sein so ein tolles Industriegebiet bekommen zu haben und dazu auch gleich noch einen Versmolder Großbetrieb. Das dafür die Belastungen komplett in Borgholzhausen landeten sei nur fair und der Borgholzhausener Rat solle gefälligst seine renitenten Bürger in den Griff bekommen, damit es immer so weitergehen könne.

Das ist anscheinend vorbei. Borgholzhausen geht es gut und soll nun der Retter des kränkelnden Nachbarn sein.

Aber kann, soll und muss Borgholzhausen der Retter Versmolds sein? Nein. Denn es gibt schon eine Art ‚Schicksalsgemeinschaft‘ in finanziellen Dingen, in der sich Borgholzhausen und Versmold befinden. Und Halle. Und Werther. Sie nennt sich Kreis Gütersloh und sie sorgt schon für eine große Geldverteilung zwischen den wohlhabenderen und den weniger wohlhabenden Gemeinden.

Borgholzhausen wird seine vertraglichen Pflichten im existierenden Zweckverband erfüllen. Für alles andere sind wir nicht zuständig.

Ein Bauabschnitt III macht finanziell für Borgholzhausen keinen Sinn

In der kommenden Woche soll der Borgholzhausener Stadtrat tun, was einige Versmolder Parteien von ihm verlangen: Er soll beschließen, dass das Interkommunale Gewerbegebiet bei uns am Bahnhof noch weiter ausgebaut wird. Wenn man einmal die offensichtlichen negativen Aspekte wie Natur- und Heimatzerstörung, Flächenfraß, Vermüllung, etc. beiseite lässt und sich nur auf die Frage des Finanziellen beschränkt, macht es dann Sinn über einen dritten Bauabschnitt nachzudenken? Dabei sollte man sich ja einfach am ‚Erfolg‘ der ersten beiden Bauabschnitte orientieren können. Mal sehen:

Schuldenstand des BA II

Es ist inzwischen schon zwei Jahre her, seit wir zum letzten Mal den Schuldenstand des Zweckverbands abgefragt haben. Das Ergebnis ist weiterhin auf der ‚Frag den Staat‘ Plattform abrufbar. Demnach prognostizierte sich der Zweckverband selbst für Anfang 2014 einen Schuldenstand von ca. 6,7 Millionen Euro.

Da der Zweckverband seine Schulden noch zu einer Zeit aufgenommen hat, als die Zinsen relativ hoch waren, muss er ziemlich viel Geld für diese Schulden zahlen. Oder besser gesagt: WIR müssen ziemlich viel Geld für diese Schulden bezahlen.

Gab es Einnahmen, die diese Schulden tilgen könnten? Bisher konnte der Zweckverband einen ganzen Hektar im Bauabschnitt II verkaufen. Der Verkaufspreis einschließlich der Erschließungskosten hat sich auf ca. 30€/qm belaufen (20€ Grundstückpreis, 10€ Erschließungskosten). Es sind also einmalig ca. 300.000€ reingekommen. Die sind aber schon lange wieder von den Schuldzinsen aufgefressen worden. Es bleibt also dabei:

Der Bauabschnitt II verbrennt jeden Tag Geld. Allerdings nicht so kleine Scheine :(
Der Bauabschnitt II verbrennt jeden Tag Geld. Unser Geld! Allerdings nicht so kleine Scheine 😦

Der Bauabschnitt II verzehrt dauerhaft das Geld unserer Stadt, anstatt es zu vermehren.

Vermarktungschancen des BA II (das Beispiel Claas)

Schon seit Jahren wird uns vorgebetet, wie hervorragend die Vermarktungsmöglichkeiten des Interkommunalen Gewerbegebiets seien. Und erst wenn wesentliche Teile der leer stehenden Flächen verkauft sind und die dann dort angesiedelten Betriebe anfangen Steuern zu zahlen wird es möglich sein den Schuldenberg abzutragen und vielleicht sogar irgendwann einmal einen Gewinn daraus zu ziehen. Aber hier tut sich nichts.

Und erst gestern wurde noch einmal überdeutlich, wie schlecht es um das Interkommunale Gewerbegebiet tatsächlich steht: Da hat nämlich das Harsewinkler Unternehmen Claas in einer Pressemitteilung seine Entscheidung bekanntgegeben nicht im IBV zu bauen, sondern in unserer Nachbargemeinde Dissen. Auch in Halle kann man sich offenbar kaum vor Interessenten retten.

Es reicht also offensichtlich nicht aus, wenn man einfach ein paar Flächen an einem Autobahnende als Industrieflächen ausweist, und schon kommen die Unternehmen von selbst. Nicht einmal wenn man ihnen – wie im IBV – jede Art von Verschmutzung gestatten möchte (Stichwort ‚Restriktionsfreiheit‘).

Fazit: Seit 4 Jahren versucht der Zweckverband nun den Bauabschnitt II zu vermarkten, mit minimalem Erfolg. Es ist ein riesiger Schuldenberg entstanden, der immer weiter anwächst. Es gibt keine realistische Aussicht auf eine baldige Besserung.

Einnahmen des BA I

Aber was ist mit dem ersten Bauschnitt, in dem sich inzwischen neben einem Großunternehmen auch eine Handvoll kleinere angesiedelt haben (z. B. der Pilz)? Hier wird von der Verwaltung behauptet, dass sich dieser Teil des Zweckverbands ganz toll gelohnt habe.

Das Problem daran: Offenbar gibt es kein einziges Ratsmitglied, welches jemals konkrete Belege dafür gesehen hat! Alles wird mit dem Argument, es müsse das Betriebsgeheimnis des großen dort angesiedelten Unternehmens geschützt werden, geheim gehalten.

Hier entsteht ein Problem: Die Personen wie unser Bürgermeister, die die Hauptverantwortlichen für den Zweckverband sind, sind auch die einzigen, die Informationen über dessen finanziellen Erfolg haben.

Wie soll man da den Aussagen dieser Personen über den Erfolg des Zweckverbands vorbehaltlos vertrauen?

Keine Empfehlung für einen BA III

Wenn man die vorherigen Punkte einmal zusammenfasst ergibt sich dieses Bild:

  1. Niemand im Stadtrat kann beurteilen, welche Einnahmen der Zweckverband bisher tatsächlich gebracht hat und welcher Teil davon in Borgholzhausen geblieben ist
  2. Auf der anderen Seite existiert ein gewaltiger Schuldenberg, der nicht abgetragen werden kann

Das ist keine Empfehlung für ein Weitermachen nach dem altgewohnten Schema, nur weil es einige Politikerinnen und Politker der Nachbarstadt so wollen.

Borgholzhausen braucht keine dritten Bauabschnitt. Unsere Stadt ist mit den vorhandenen Gewerbeflächen gut aufgestellt. Jedes „Mehr“ bedeutet nur zusätzliche Belastungen.

Die 8. Müllsammelaktion der MITbürger

Seit inzwischen vier Jahren sammeln wir nun regelmäßig zwei Mal im Jahr den Müll in Oldendorf, Ostbarthausen und der Bahnhofsregion. Bisher war der Müllschwerpunkt dabei ganz klar die B476, die zwischen Bahnhof und Autobahn enorme Mengen Unrat von den im Stau stehenden Auto- und LKW Fahrern aufzunehmen hat. Aber inzwischen gibt es einen Bereich, der noch schlimmer dran ist:

Die von der Verwaltung für die Vermüllung freigegebene Thielheide

Vor ein paar Tagen hatten wir hier – wieder einmal – über das immer heftiger werdende Problem der von der Stadtverwaltung offenbar geduldeten LKW Falschparker geschrieben. Die Müllsammelaktion hat das bestätigt:

Müllberge in der Thielheide
Eine Wagenladung Unrat allein aus dem Bauabschnitt 2!!
Vorher / Nachher Effekt in der Thielheide
Vorher / Nachher Effekt in der Thielheide

Schicksalsgemeinschaften: Hier könnte sich die Versmolder Lokalpolitik einmal einbringen

Vor einigen Tagen hat der Versmolder Wesolowski den Begriff der ‚Schicksalsgemeinschaft‘ verwendet. Er meinte damit zwar eher Geldtransfers von Borgholzhausen nach Versmold, aber die Ernsthaftkeit dieser ‚Gemeinschaft‘ könnte man in Versmold ja auch einmal bei der Beseitigung des Mülls beweisen. Wir haben daher schon einmal eine Aufteilung gemacht:

Der in der Thielheide eingesammelte Müll, aufgeteilt in den Borgholzhausener und den Versmolder Teil.
Der in der Thielheide eingesammelte Müll, aufgeteilt in den Borgholzhausener und den Versmolder Anteil. Dahinter ein Teil der fleißigen Helfer.

Die Säcke müssten inzwischen beim Bauhof gelandet sein und warten auf Abholung!

Was wir nicht gereinigt haben

Nach der Müllsammelaktion kann man in unserer Region doch eine deutliche Verbesserung wahrnehmen, siehe das oben stehende Vorher-Nachher-Bild aus der Thielheide. Trotzdem könnte einem aufmerksamen Betrachter beim Gang durch den Bauabschnitt II auffallen, dass wir einige ‚Papierchen‘ liegen gelassen haben. Das liegt daran, dass es auch nach vier Jahren Müllsammelaktion Dinge gibt, die man weiterhin nicht anfassen will. Wer sich nicht denken kann, worum es hier geht, der besuche einfach mal die Thielheide.

Die 'Betonmülleimer' in der Thielheide - Sie füllen sich schnell
Die ‚Betonmülleimer‘ in der Thielheide – Sie füllen sich schnell

Auch die gut angenommenen ‚Betonmülleimer‘, die die Verwaltung in der Thielheide aufgestellt hat, haben wir nicht geleert. Wenn sie überlaufen sagen wir der Verwaltung Bescheid.

Leserbrief: Schicksalsgemeinschaften und Bekenntnisse – Das hatten wir alles schon

Den folgenden Leserbrief haben wir als Antwort auf das ‚Bekenntnis‘ eines Teils der Versmolder Lokalpolitik verfasst, mit dem ein dritter Bauabschnitt auf Borgholzhausener Grund wieder einmal vorangetrieben werden soll. Der Leserbrief wurde am 11. März 2015 im Haller Kreisblatt und im Westfalenblatt veröffentlicht.

Schicksalsgemeinschaften und Bekenntnisse – Das hatten wir alles schon

Ein Teil der Versmolder Parteien ist der Meinung sich wieder einmal in die Politik der Nachbarstadt einmischen zu müssen: Wie man der heimischen Presse entnehmen konnte haben CDU, SPD und FDP einen Beschluss zur ‚Bekräftigung der Zusammenarbeit im interkommunalen Gewerbegebiet‘ gefällt. Und erwartet nun gleiches von unserem Stadtrat.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Wenn ja: Kein Wunder. Das hatten wir schon mal! Vor ziemlich genau 4 Jahren hat der Versmolder Stadtrat seine ‚Partner‘ in der Nachbarstadt schon einmal ultimativ aufgefordert ein ‚Bekenntnis‘ abzuliefern. Und ist damit verdienterweise auf die Nase gefallen (wir erinnern uns). Hat man das in Versmold schon wieder vergessen, oder nichts daraus gelernt?

Wasch mir den Pelz, aber mach‘ mich nicht nass

Unserer Nachbarstadt geht es schlecht, auch das kann man jede Woche in der Zeitung lesen. Offenbar so schlecht, da ist keine Floskel zu peinlich: So spricht der CDU Mann Wesolowski von einer ‚Schicksalsgemeinschaft‘, die es zwischen Borgholzhausen und Versmold gebe. Was soll damit gemeint sein?

Wieder einmal geht es um einen dritten Bauabschnitt im interkommunalen Gewerbegebiet bei uns am Bahnhof. Und während in der Borgholzhausener Politik endlich das notwendige Umdenken erfolgt und der sinnlose Verbrauch von Fläche und Heimat hinterfragt wird ist in Versmold offenbar die Zeit stehen geblieben.

Das ist ja auch kein Wunder, war der Deal für die Versmolder doch bisher optimal: Man konnte allen Dreck und alle Umweltbelastungen nach Borgholzhausen exportieren, dafür auch noch Geld bekommen und das sogar ohne das Risiko von den betroffenen Bürgern abgewählt zu werden. Das versteht man in Versmold offenbar unter einer fairen (?) Zusammenarbeit, die man nur zu bereitwillig fortsetzen will und zu der man sich gerne bekennt.

Versmold geht es schlecht. Könnte man da nicht etwas mehr Kreativität von der dortigen Lokalpolitik erwarten und entweder die Bereitschaft neue Wege zu gehen, oder auch einmal selbst Opfer zu bringen? Wir denken es ist höchste Zeit dazu.

Auch nach seit vier Jahren andauernden Vermarktungsversuchen gibt es in der Thielheide (BA II) weiterhin viel mehr Hasen als angesiedelte Industriebetriebe. Wer braucht da einen dritten Bauabschnitt?
Auch nach seit vier Jahren andauernden Vermarktungsversuchen gibt es in der Thielheide (BA II) weiterhin viel mehr Hasen als angesiedelte Industriebetriebe. Wer braucht da einen dritten Bauabschnitt?