[Hinweis: Am Ende der Seite finden sich Updates mit neuen Äußerungen von Interkomm Verantwortlichen zur Zukunftsfähigkeit des Gewerbegebiets!]
In der Ausgabe des Haller Kreisblattes vom 14.09.2012 konnte man interessante Ansichten des Versmolder Bürgermeisters zu den Gründen für die Vermarktungsprobleme im Interkommunalen Gewerbegebiet lesen. Wir haben dazu in dieser Woche folgende Pressemitteilung herausgegeben:
In der Berichterstattung des Haller Kreisblattes zur letzten Sitzung des Zweckverbands konnte man von Vermarktungsproblemen im Interkommunalen Gewerbegebiet lesen. Die Probleme sind so groß, dass Geld ausgegeben werden muss um eine Marketingfirma zu engagieren. Diese Neuigkeit überrascht, konnten wir doch in den letzten eineinhalb Jahren nur Positives zu den Marktchancen lesen. Hier eine kleine Presserückschau:
Bericht vom 26.03.2011 (WB): ‘Es sei bereits einem Unternehmen (einem Versmolder Familienunternehmen) ein Bauplatz im BA II zugesagt worden.’
Bericht vom 15.04.2011 (WB): ‚Klute und Keller betonten, dass der zweite Bauabschnitt auf Grund der vielen Anfragen sehr schnell zu 60 bis 70 Prozent vermarktet werden könnte.‘
Bericht vom 30.07.2011 (HK): Wesolowski (CDU Versmold) berichtet ‚das Interesse von Unternehmen ist da‘.
Bericht vom 11.08.2011 (WB): Keller: ‚Das Interesse am Gewerbegebiet ist groß. Bereits seit Monaten gibt es Anfragen‘.
Bericht vom 30.11.2011 (HK): Keller: ‚Das Interesse besteht weiterhin, wir führen auch aktuell Ansiedlungsgespräche‘
Bericht von Sylvester 2011 (WB): Keller: ‚Befinden uns in ständigem Kontakt mit 4 oder 5 ansiedlungswilligen Unternehmen‘
Bericht vom 1.3.2012 (HK): Keller: ‚Es gab Vorgespräche mit diversen Firmen‘ und ‚das Gewerbegebiet hat schließlich eine Super-Lage‘
Bericht vom 3.3.2012 (WB): Keller: ‚Ich bin zuversichtlich, dass bis Ende 2013 die Vermarktung des zweiten Areals weit genug fortgeschritten ist‘ (Anm. dies meint 60% Vermarktung)
Und nun, da der Zweckverband endlich frei und ungehindert loslegen kann, hat sich die Lage komplett geändert? Glaubhaft sind die Probleme durchaus, nur die Begründung ist hanebüchen: Es soll doch tatsächlich daran gelegen haben, dass betroffene Bürger sich organisiert und berechtigte Fragen gestellt haben. Und dadurch sei nun der Ruf des mit 6.8 Millionen Euro verschuldeten Industriegebietes so stark beschädigt, dass niemand mehr kommen wolle.
Die richtige Erklärung ist viel banaler: Die Chancen des Industriegebietes waren immer schon vage auf Grund der vielfältigen Konkurrenz in unmittelbarer Nachbarschaft, und wie man am dramatischen Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen in Borgholzhausen sieht, geht es auch der Industrie generell nicht gut. Verstärkt wird aber das grundlegende Problem durch die Art und Weise, wie sich die Bürgermeister in den letzten Monaten präsentiert haben:
Nicht nur haben sich Herr Keller und Herr Klute einen öffentlichen Rüffel vom Landrat eingefangen, ob ihres zweifelhaften Agierens beim Thema eines dritten Bauabschnittes, sie waren (und sind bis heute) auch nicht in der Lage angemessen mit ihren Bürgern umzugehen. Dies erweckt bei Investoren möglicherweise tatsächlich den Eindruck eines Mangels an Kompetenz.
Wir wünschen dem Zweckverband Erfolg bei der Vermarktung des BA II, damit unsere Gemeinden nicht an dem aufgehäuften Schuldenberg ersticken. Als Nachbarn und betroffene Bürger werden wir die weitere Entwicklung kritisch begleiten.
Das Abenteuer eines dritten Bauabschnittes sehen wir allerdings als endgültig beerdigt an.
Die Pressemitteilung kann hier als PDF Dokument abgerufen werden: Pressemitteilung vom 12.09.2012

Die potentielle Kundengruppe für restriktionsfreie Gewerbeflächen sieht das im Übrigen auch so, siehe diesen Bericht über den DVZ Trendtag ‘Blockade durch den Bürger ist vermeidbar’ (PDF).
Update vom 29.09.2012
In der heutigen Ausgabe des WB lässt sich Hartmann (Verwaltung Borgholzhausen) mit dem Satz zitieren
‚…angesichts der zu erwartenden Anbindung an die A33 stünden die Chancen [zur Vermarktung] ausgesprochen gut‘
Also ein erneuter Meinungsumschwung: Jetzt ist wieder alles in Butter. Aber anscheinend erst wenn die A33 fertig gebaut ist, denn ‚angebunden‘ an den enorm belastenden Autobahnverkehr sind wir am Bahnhof ja schon lange. Für den Baubeginn des A33 Abschnitts zwischen Borgholzhausen und Halle ist aber auf der Seite des Ministeriums noch gar kein Datum zu finden.
Wenn der Lückenschluss die Bedingung für den Vermarktungserfolg ist (so Hartmann), aber unklar ist wann dieser Lückenschluss endlich kommt, warum sucht man dann so verzweifelt nach Schuldigen für die doch offensichtlich schon von der Verwaltung erwarteten – oder zumindest erwartbaren – Verzögerungen?
Und warum engagiert man jetzt eine Vermarktungsgesellschaft – übrigens offenbar das Unternehmen Westfehling, welches sich am 24.03.2011 in der berühmten Zweckverbandsversammlung so langatmig präsentiert hatte – wenn das Industriegebiet bis zum Lückenschluss noch so unattraktiv ist?